Pheromone: Die Zukunft der Trauermücken Bekämpfung?

Pheromone. Nicht nur bei Trauermücken, sondern auch beim Menschen wirksam.

Vom einfachen Insekt bis zum komplexen Säugetier: In der Tierwelt kommunizieren Individuen einer Art oftmals über Pheromone. Dies sind Botenstoffe, die von einem Tier einer Art abgegeben werden und bei einem anderen Tier derselben Art spezifische Reaktionen auslösen. Das Wirkprinzip ähnelt den der Hormonen, mit dem Unterschied das immer mindestens zwei Individuen einer Art beteiligt sind. Die Übertragung findet in der Regel über die Luft und die Aufnahme über spezielle Organe in der Nase statt.

 

Neues Pheromon bei Trauermücken entdeckt

Auch bei den Trauermücken wurden über die Jahre immer wieder Pheromone entdeckt und beschrieben. In einer Publikation von Andreadis et al. wurde nun ein neuer Wirkstoff entdeckt, der bis dato noch nicht bekannt war. Die Forscher beschäftigten sich über Jahre mit der Trauermücke Lycoriella ingenua (Dufour), die auch zu der Familie der Sciaridae gezählt wird. Diese Art ist vor allem interessant, weil sie vor allem im kommerziellen Pilzanbau einen sehr wichtigen Schädling darstellt. Jährlich wird ein großer wirtschaftlicher Schaden durch L. ingenua bei der Champignonzucht festgestellt: Die Larven der Trauermücken fressen die Sporen und das Myzel der Pilze in der Erde und verursachen so einen immensen direkten Schaden. Die ausgewachsenen Mücken übertragen zudem verschiedene Schimmelpilze und können damit ganze Epidemien auslösen. Man spricht hier auch von einem indirekten Schaden, bei dem die Trauermücken lediglich Überträger sind. Insgesamt besteht also vor allem in dieser Fachsparte des Gartenbaus ein Interesse an einer insektizidfreien Bekämpfung der Trauermücke L. ingenua.

Die jahrelange Arbeit des Teams um Andreadis et al. hat nun einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Nicht nur konnten sie Pheromone dieser Trauermücken extrahieren, sie konnten auch nachweisen, dass die Weibchen von diesem Extrakt angelockt werden. Weiterhin konnten sie einen einzigen Wirkstoff, ein Geosmin, für diese lockende Eigenschaft ausmachen. Geosmine sind bycyclische Alkohole, die interessanterweise einen erdig-muffigen Geruch besitzen, also genau den Geruch, den Trauermücken sowieso bevorzugen (siehe auch unter Lebenszyklus). Es bleibt abzuwarten, ob aus diesen Forschungsergebnissen in den nächsten Jahren ein Produkt zur Trauermückenbekämpfung entstehen kann. Wir drücken den Forschern und den Pilzbauern jedenfalls die Daumen und hoffen auf baldige, effektive Pheromonfallen auch für den Privathaushalt.

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