Lebenszyklus der Trauermücken

Der Lebens- oder Generationszyklus der Trauermücken dauert insgesamt rund drei Wochen. Diese Zeit umschließt die Paarung, die Eierablage und die komplette Entwicklung der vier verschiedenen Larvenstadien. Wenn die Bedingungen günstig sind, also genügend Feuchtigkeit und totes oder lebendes organisches Material vorhanden sind, können Trauermücken ihre Population in diesen drei Wochen vervielfachen; so kommt es immer wieder vor allem in den Sommermonaten zu regelrechten Trauermücken-Plagen, bei denen sich die Pflanzenschädlinge explosionsartig vermehren.

Der Lebenszyklus der Trauermücken. Die vollständige Entwicklung vom Ei bis zum fliegenden Pflanzenschädling dauert in etwa drei Wochen.

 

Trauermücken – wahre Fortpflanzungsexperten

Das voll entwickelte adulte Insekt hat nur eine sehr kurze Lebensspanne von wenigen Tagen. In dieser Zeit dreht sich bei den Trauermücken alles um die Paarung und der Suche nach einem geeigneten Platz zur Eiablage. Dabei verlassen sie sich vor allem auf ihren gut ausgeprägten Geruchssinn: Trauermücken werden durch einen modrigen, fauligen und feuchten Geruch angelockt. Sobald die Insekten einen geeigneten Platz gefunden haben, kommt es zur Paarung und schon am nächsten Tag können die Weibchen bis zu 160 Eier auf die feuchte Erde ablegen. Bei geeigneten Bedingungen schlüpfen die ersten Larven nach vier Tagen und leben fortan weitesgehend unterirdisch. Auf ihrem Ernährungsplan stehen neben Pilzen, Algen und totem organischen Material auch Pflanzenstiele und -wurzeln. So kann man meist nach etwa einer Woche erste Fraßschäden an den feinen Pflanzenwurzeln sowie ausgehöhlte Triebe feststellen. Ihre Beweglichkeit ist dabei maßgeblich durch die Feuchtigkeit der Erde beeinflusst. Die Trauermückenlarven durchleben in ungefähr zwei Wochen vier verschiedene Larvenstadien. Abschließend verpuppen sich die Larven oberirdisch, die Puppe ändert dabei ihre Farbe innerhalb weniger Tage von weiß zu gelbbraun. Nach spätestens vier Tagen schlüpft die ausgewachsene Trauermücke aus der Puppe, die noch am selben Tag wieder geschlechtsreif und somit zur weiteren Vermehrung in der Lage ist. Auch als adulte Insekten ernähren sich die Trauermücken von organischem Material, sie besitzen keinen Stechrüssel und können somit nicht stechen. Ausserdem werden die Mücken von gelber Farbe angelockt, weshalb man sie häufig auf gelben Blüten findet und man sie auch mittels Gelbtafeln anlocken und bekämpfen kann.

 

Trauermücken – mehr als nur lästige Pflanzenschädlinge

laubhaufen

Trauermückenlarven als Destruenten. Im europäischen Wald haben die Insekten einen wichtigen Job zu erfüllen.

Im heimischen Wald zählen die Trauermückenlarven zu den wichtigsten Laub zersetzenden Organismen. Sie funktionieren als so genannte Destruenten, fressen totes organisches Material und bereiten es so neu auf. Dadurch enstehen natürliche Biosubstrate, wie zum Beispiel die sehr nährstoffreiche Humuserde. Ohne die Hilfe dieser Organismen würde sich das Laub im Wald zu unvorstellbar großen Mengen ansammeln. Auch stellen sie durch ihre große Biomasse einen wichtigen Teil der Nahrungskette in der freien Natur da, sowohl für Vögel und kleinere Säugetiere als auch für Bakterien, die sich von den Exkrementen der Trauermückenlarven ernähren.

 

Hier gibt es noch weitere Informationen, welches Schadbild an den Pflanzen die Trauermücken verursachen.

 

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