Hanf: eine besondere Pflanze

Die Hanfpflanze (Cannabis) zählt zu der Ordnung der Rosenartigen (Rosales) und gilt als einer der ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Den meisten Menschen wird diese besondere Pflanze vor allem daher bekannt sein, dass die weiblichen Blüten der Hanfpflanze in getrockneter Form als Marihuana als Rausch- oder Arzneimittel genutzt/missbraucht wird. Jedoch ist Hanf viel mehr als seine in Deutschland verbotene Frucht: Der Anbau von Nutzhanf (auch Industriehanf genannt), also einer gezüchteten Hanfpflanze mit extrem niedrigen Gehalt an psychoaktiven THC (Tetrahydrocannabinol), ist unter Auflagen durchaus erlaubt und so lässt sich auch hierzulande die Pflanze vielseitig als natürlicher Faser- und Öllieferant nutzen. Doch auch eine besondere Pflanze wie Cannabis wird von Pflanzenschädlingen nicht verschont.

 

Trauermücken sind Hanfliebhaber

Obwohl Trauermücken in der Regel nicht sehr wählerisch sind beim Befall von Pflanzen, sind Hanfpflanzen doch recht häufig betroffen. Dies hat vor allem Ursachen in der Erde: Hanfpflanzen brauchen in der Regel viel Wasser und vertragen es auch über längere Zeit in Töpfen nass zu stehen. Was den Pflanzen nicht direkt schadet, ist allerdings ein sehr geeigneter Brutplatz für die Trauermückenweibchen, die ihre Eier mit Vorliebe dort ablegen. Auch benötigen Hanfpflanzen, bedingt durch ihren schnellen und starken Wuchs, relativ nährstoffreiche Erde. Trauermücken wiederrum werden von humusreicher Erde und vermodernder organischer Substanz angezogen, da sich ihre Larven anfangs gerne von Pilzhyphen oder totem organischem Material ernähren. Im freien Landbau entwickeln Hanfpflanzen sehr starke und tiefe Wurzeln, die zu einer Lockerung der Erde führen, was auch den Trauermückenlarven zu Gute kommt. Sie können sich hier gut bewegen, zudem bietet die starke Wurzelbildung der Pflanzen den Larven reichlich Nahrung zur weiteren Entwicklung zur adulten Mücke. Weiterhin bietet der dichte Wuchs der Pflanzen genügend Schutzraum für Trauermücken.

Im Freiland können die Cannabispflanzen einen Trauermückenbefall in der Regel gut verkraften. Beim Anbau in Innenräumen können sich die Mücken allerdings schnell zu einer Plage entwickeln und enormen Schaden an den Wurzeln der Topfpflanzen anrichten.

 

Trauermücken am Hanf biologisch bekämpfen

Vor allem wenn von den Hanfpflanzen im Nachhinein die Fasern oder das Öl genutzt werden soll, empfiehlt es sich bei der Trauermückenbekämpfung auf Chemie zu verzichten. Entscheidend ist eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen und eine frühe Entdeckung des Befalls. Präventiv kann dem Gießwasser in regelmäßigem Abstand eine kleine Menge Niemöl beigemengt werden.

Ist es bereits zu Schäden an den Pflanzen gekommen, sollte schnell gehandelt werden. Beim Anbau im Innenraum empfiehlt sich zuerst der Einsatz von Gelbstickern als Trauermücken Falle, da die Pflanzen hier in der Regel sehr dicht stehen, was die Wirksamkeit der Sticker erhöht. Bei fortgeschrittenem Befall sollten zusätzlich dem Gießwasser über einen längeren Zeitraum Nematoden beigemischt werden. Im Freiland sind Gelbsticker meist nicht sehr wirkungsvoll. Sollte es hier zu einer Trauermückenplage kommen und sich das Niemöl als nicht wirksam genug zeigen, kann man auch hier großflächig Nematoden in den Boden ausbringen. Wichtig ist hierbei, dass eine Bodentemperatur von 12°C nicht unterschritten werden darf, da die Nützlinge sonst absterben und ihren Job nicht erfüllen können. Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Methoden gibt es hier.

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