Fettkraut gegen Trauermücken

Fettkraut (Pinguicula) mit  gefangenem Insekt

Fettkraut (Pinguicula) mit gefangenem Insekt

Das Gemeine oder auch Gewöhnliche Fettkraut (Pinguicula vulgaris) ist eine fleischfressende Pflanze und wird zu der Gattung der Fettkräuter (Pinguicula) gezählt. Ursprünglich wahrscheinlich aus Mittelamerika kommend, ist sie heutzutage in Europa weit verbreitet. Auch in Nordamerika, Russland sowie in Grönland wurde diese Pflanzenart schon entdeckt. Neben dem Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina) ist sie die einzige Art der Gattung, die in Deutschland vorkommt. Als mehrjährige, krautige und fleischfressende Pflanze mag das Fettkraut gerne nasse und saure Böden, verträgt aber auch kalkhaltige Böden. So findet man die Pflanze in Deutschland vor allem im Niedermoor oder in der Nähe von Quellen, wo die Böden meist einen niedrigen pH-Wert aufweisen und hohe Feuchtigkeit herrscht.

Das gemeine Fettkraut erkennt man schnell an ihrer typischen Blattrosetten-Form, die direkt der Erde aufliegt. Diese besteht aus bis zu elf fleischigen Blättern. An der Oberfläche dieser Blätter befinden sich viele kleine Drüsen (bis zu 40 000 Drüsen pro Blatt), die Verdauungssekrete absondern können. Ihre Blüten befinden sich am Ende eines langen Blütenstiels in sicherer Entfernung (für mögliche Bestäuber wie zum Beispiel Bienen) der verdauenden Blätter.

Was hat das jetzt aber alles mit den Trauermücken zu tun?

Das Fettkraut hat sich in den letzten Jahrzehnten als sehr nützlich erwiesen bei der Bekämpfung von kleineren Insekten. Lässt sich eine Trauermücke auf einem der rossettenförmig angelegten Blättern nieder, so wird sie von einem klebrigen Fangsekret festgehalten, langsam von diesen umschloßen und durch die abgesonderten Verdauungssekrete verdaut. Anschließend können die verdauten Stoffe über die gleichen Drüsen von der Pflanze wieder aufgenommen werden. Das Fettkraut sichert sich so den Bedarf an Stickstoff, der typischerweise in Quell- oder Niedermoorböden besonders knapp ist.
Ein Vorteil bei dieser Art von Trauermücken-Bekämpfung liegt dabei in der Kontinuität: Wird die Pflanze einmal im Garten oder Haus kultiviert kann sie über Jahre hinweg Trauermücken oder andere kleine Schädlinge fressen. Weiterhin wächst das Fettkraut in feuchten Böden, die auch von den Trauermücken präferiert werden. Auch ist sie recht einfach hand zu haben, so dass sich auch „Anfänger“ an diese Pflanze herantrauen sollten. Einziger Nachteil ist die fehlende Spezifität: Das Fettkraut verdaut eben alles was sich auf ihren Blättern so niederlässt und fängt nicht gezielt Trauermücken. Bei einem schweren Befall wird die fleischfressende Pflanze also nicht ausreichen, jedoch können einige Exemplare im Garten eventuell einem Befall vorbeugen (nebenbei sehen sie auch noch schön aus dabei).

Hier noch einige Tipps zur Kultivierung:

  • Im Sommer stets feuchthalten (Staunässe jedoch vermeiden!)
  • Vermeiden Sie kalkhaltiges Wasser (dadurch wird der Boden alkalisch)
  • Temperaturen zwischen 18 und 30 °C und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80 % sind optimal
  • Halbschattiger Platz
  • Nicht düngen (die Nährstoffe sollten sich die Pflanzen von den Insekten holen)

Bildquelle: © A. Kern / pixelio.de

 

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