Der Bio-Bauernhof im Fadenkreuz der Trauermücken

Im privaten Haushalt auf dem Balkon oder in der Wohnung treten Trauermücken oftmals nur als Lästlinge auf. Das bedeutet, dass ausgewachsene Pflanzen einen Befall von den kleinen Fliegen in der Regel gut überstehen und vor allem Steck- oder Keimlinge gefährdet sind die nagenden Trauermückenlarven nicht zu überleben. Somit treten eher die ausgewachsenen, herumschwirrenden Mücken lästig in Erscheinung als ihre für die Topfpflanzen weitaus gefährlicheren Larvenstadien. Soweit die gute Nachricht für alle Hobbygärtner.

Auf Biobetrieben und in großen Gewächshäusern allerdings gibt es regelmäßig eine massenhafte Ausbreitung der Plagegeister in Verbindung mit ernsthaften Ernteausfällen. Aber warum gerade hier? Sind Trauermücken Bio-Liebhaber?

 

Der Kompost macht’s

Bei den Biobetrieben liegt der Grund darin, dass diese Betriebe sehr viel mit verrottendem organischem Material arbeiten, auf dem unter anderem auch viele Pilze, Moose und Algen wachsen. Für Trauermückenlarven eine sehr willkommene Nahrungsquelle. Biosubstrate sind fast immer von Trauermücken besiedelt; auch bei sehr sorgfältiger Produktion lässt sich dies leider kaum vermeiden. Eine kühle und trockene Lagerung dessen ist somit Pflicht, eine offene Lagerung sollte mit Kompostvlies abgedeckt werden. Weitere Tipps zur Lagerung und Überprüfung von Biosubstraten gibt es auf unserer Bekämpfungsseite. Auch die Haltung eines Komposthaufens schürt die Gefahr eine explosionsartige Vermehrung der Pflanzenschädlinge zu provozieren. Vor allem junger und frischer Kompost lockt Trauermücken an. Biobetriebe sollten deshalb keinen Komposthaufen in direkter Nähe zu Gewächshäusern platzieren und ihn spätestens nach der Heissphase mit Vlies abdecken. Trauermückenlarven können auch höhere Temperaturen überleben, weshalb wenig erhitzter Kompost (55° bis 65°C) nicht frei von ihnen ist.

 

Gewächshäuser: feucht und warm mögen’s die Mücken

In Gewächshäusern herrschen optimale (vor allem feuchte und geschützte) Bedingungen für Trauermücken, weshalb es auch hier, unabhängig davon ob konventioneller oder ökologischer Anbau, immer wieder zu starken Befällen kommt. Deshalb ist es wichtig hier einen hohen hygienischen Standard zu halten, den Pflanzenschädlingen also wenige Nahrungsquellen zu bieten. Substrate sollten also generell nicht längere Zeit im Gewächshaus gelagert und Substratreste sorgfältig entsorgt werden. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bilden sich immer wieder gerne Algen und Moose, die am besten mit einem Hochdruckreiniger entfernt werden sollten. Auch sollten dauerhaft feuchte Stellen vermieden werden.

Wer sich noch mehr informieren möchte, liest weiter auf der Seite des Forschungsinsituts für biologischen Landbau.

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