Trauermücken

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Die Trauermücken (Sciaridae) bilden eine Artenfamilie innerhalb der Zweiflügler (Diptera) und gehören in die Unterordnung der Mücken (Nematocera). Bisher sind bereits 1800 verschiedene Trauermücken-Arten beschrieben, mehr als 600 davon leben in Europa. Nur wenige Arten davon sind als Pflanzenschädlinge, insbesondere für Stecklinge und Jungpflanzen, bekannt. Dabei sind es nicht die Mücken selber, die das Schadbild an der Pflanze verursachen, sondern die Trauermückenlarven, die in der Erde leben und an den Wurzeln der Pflanze fressen.

Trauermücken-Befall? Hier geht es direkt zur Trauermücken Bekämpfung




Aussehen und Verbreitung der Trauermücken

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Männliche, Schwarz-geflügelte Trauermücke (Sciaridae). Bildquelle: „Dark-winged Fungus Gnat“ by John Tann CC BY-SA 2.0

Trauermücken haben einen charakteristischen schlanken, schwarzen Körper (erstes Bild) sowie dunkle Flügel und können eine Körperlänge von bis zu sieben Millimetern erreichen (im Durchschnitt werden sie 2 bis 5 Millimeter groß). Einige Arten haben eine gefärbte Bauchunterseite, wie z.B. die Art Sciara analis (Bild rechts). Ihre Beine und Fühler sind wie bei den meisten Mücken lang und dünn und untergliedert. Die Antennen sind allerdings nicht verzweigt. Die Augen der Trauermücken sind undeutlich und schwer zu erkennen. Die Männchen besitzen charakteristische klar geaderte Flügel mit einer ausgeprägten Mittelader (Media), die sich glockenförmig aufspaltet. Die Weibchen hingegen sind meistens flügellos. Weiterhin sind Trauermücken schlechte Flieger, man kann sie also auch an ihrem speziellen, taumelnden Flugstil ausmachen. Dieser besondere Flugstil ist übrigens auch der Grund ihrer Namensgebung. Trauermücken sind weltweit verbreitet und leben teilweise an extremen Standorten: So kann man sie in der kalten Tundragebieten nördlich und südlich der Polarkreise, aber auch in sehr heißen und trockenen Wüstengegenden finden.

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Eine Trauermücke (Sciaridae cf. analis). Bildquelle: „Sciaria analis“ by 2micha CC BY-SA 2.0.

Die größte Artenvielfalt zeigen die Trauermücken aber in feuchten Umgebungen wie Wälder, Wiesen, Moore oder Felder und Gärten. In freier Natur leben sie meist versteckt im Laub und spielen eine wichtige Rolle bei der Zersetzung von abgestorbener Biomasse. In Häusern und Gärten siedeln sich Trauermücken gerne in (feuchten) Blumentöpfen und Gewächshäusern an, seltener auch im Freiland. Dort können sie sich zum Teil extrem vermehren und andere Insektenarten verdrängen. Die Verbreitung der pflanzenschädigenden Trauermücken ist ganz wesentlich vom Menschen beeinflusst: Durch den weltweiten Handel von Torf, Humus und Blumenerde werden Nicht-Einheimische Arten eingeschleppt, die sich dann aufgrund fehlender biologischer Feinde explosionsartig vermehren und ansiedeln können.

Aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit werden Trauermücken von Laien auch oft mit Fruchtfliegen (Drosophila spp.) verwechselt. Diese sind jedoch im Gegensatz zu den Trauermücken rotbraun und haben einen dickeren Hinterleib. Zudem sind Fruchtfliegen oft in Essensnähe, Trauermücken hingegen oft in Pflanzennähe, vor allem an Blumentöpfen, zu finden.

Noch mehr Bilder zur Bestimmung von Trauermücken findest du in unserer Bildergalerie.

Eine Trauermücken-Larve. Bildquelle: „Fungus Gnat Larva“ by D. Sikes CC BY-SA 2.0

Die Trauermückenlarven haben ebenfalls einen schlanken fünf bis zehn Millimeter langen Körper und sind glasig grau-weiß gefärbt. Da sie sich von abgestorbenem Pflanzengewebe, aber auch gesunden Wurzeln ernähren, findet man Trauermückenlarven vor allem in der Blumenerde. Hier verweilen sie bis zu drei Wochen bevor sie sich zu fliegenden Trauermücken weiterentwickeln. Die Larven besitzen eine deutliche schwarze Kopfkapsel, aufgrund derer sie recht eindeutig identifizierbar sind (siehe Bild links). Nach mehreren Larvenstadien und genügend gefressenen Pflanzenwurzeln verpuppen sich die Larven. Die Puppe von Trauermücken ist etwas kleiner als die Larve und verändert ihre Farbe innerhalb von Tagen von weiß zu gelbbraun. Auch diese ist zumeist in oder auf der Blumenerde zu finden.

In diesem interessanten YouTube-Video von „Chrigu Wälti“ sind verschiedene Arten von Trauermücken in schönen, makroskopischen Aufnahmen zu sehen:


Lebensweise der Trauermücken

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Beliebter Brutplatz der Trauermücken: feuchter Waldboden. Bildquelle: lichtkunst.73 / PIXELIO

Im Freiland sind Trauermücken nur in den Sommermonaten anzutreffen, sie sind wärme- und feuchtigkeitsliebend. In Gewächshäusern, Wintergärten und Innenräumen können sie allerdings das ganze Jahr überleben und sich vermehren. Die ausgewachsenen Insekten sind nur wenige Tage (über-)lebensfähig. In dieser Zeit ernähren sie sich von totem Pflanzenmaterial und paaren sich. Aufgrund der Tatsache, dass Trauermücken relativ schlechte Flieger sind, halten sie sich auch meist in Nähe von Pflanzen und Topferde auf. Denn hier legen die Weibchen bis zu 160 Eier auf die feuchte Erde. Die aus den Eiern entstehenden Larven leben weitesgehend unterirdisch und ernähren sich vorwiegend von Pilzen, totem organischem Material wie altem Laub, Moos und Algen; aber eben auch von feinen Pflanzenwurzeln, die sehr wichtig für den Wassertransport in den Pflanzenstiel sind. Aufgrund dieser Vorliebe der Trauermückenlarven zu vermodernder organischer Substanz, werden auch die fliegenden Trauermücken von diesem Geruch angezogen. Die Trauermücken-Larven benötigen einen (dauerhaft) feuchten Untergrund, um sich in der Erde frei bewegen zu können.

Noch mehr Informationen gibt es unter: Lebenszyklus der Trauermücken.

Die Fortpflanzung von Trauermücken weist einige Besonderheiten auf im Tierreich. Wer mehr über die außergewöhnliche Genetik dieser Insekten erfahren möchte, liest unseren Blog-Eintrag: Die Genetik der Trauermücken.




Trauermücken als Nützlinge?

Im heimischen Wald haben Trauermücken und ihre Larven eine wichtige Funktion, denn als so genannte Destruenten zersetzen sie das ganze Laub, was sich so am Boden ansammelt. Neben den Pilzen zählen sie zu den wichtigsten Destruenten im europäischen Wald.

Auch bei der Herstellung von Humus aus Kompost sind Trauermücken durchaus nützlich, da sowohl die adulten Mücken als auch die Trauermückenlarven die toten Pflanzenteile schnell und effektiv zersetzen können. Der so gewonnene nährstoffreiche Humus sollte vor der Nutzung allerdings sterilisiert werden, um eine drohende Trauermückenplage zu verhindern. Hierfür genügt es, die Erde im Backofen bei ungefähr 85°C für mindestens 30 Minuten zu erhitzen, um jegliche Larven und Eier der Trauermücken gänzlich abzutöten.

 

Schadbild an den Pflanzen

Der Schaden an den Pflanzen zeigt sich vor allem während des Larvenstadiums der Trauermücken, da diese an den feinen Wurzeln fressen. Man spricht hierbei auch von einem direkten Schaden durch die Trauermücken. Besonders betroffen sind Stecklinge und Keimlinge, da ihre natürlichen Abwehrmechanismen noch schwach ausgeprägt sind. Eine feuchte Umgebung ist dabei immer Vorraussetzung für die Vermehrung der Trauermücken. Erst ab einer gewissen Feuchtigkeit der Erde können die weiblichen Trauermücken ihre Eier ablegen und die Larven sich frei bewegen. Ein modriger Geruch in Blumentöpfen oder im Wintergarten lockt die Pflanzenschädlinge deshalb gerne an.

Typische Merkmale eines Trauermücken-Befalls sind:

  • Eingehen von Keimlingen und Stecklingen
  • Kümmerwuchs
  • Stängel hohl gefressen
  • Auffällig viele kleine Mücken in Nähe der (feuchten) Pflanzenerde
  • Weiße Larven mit schwarzem Kopf in der Pflanzenerde

Mehr Informationen gibt es unter Schadbild an den Pflanzen.

 

Sie haben einen Trauermücken-Befall?

Wir haben hilfreiche Tipps und Tricks, wie Sie die  Trauermücken bekämpfen können. Auch interessieren uns Ihre Erfahrungen mit den Pflanzenschädlingen und auch ihre eigene Methode, wie sie die lästigen Mücken wieder losgeworden sind. Nutzen Sie dazu unsere Kommentarfunktion unten auf dieser Seite. Diskussionen und Meinungen zu Trauermücken sind erwünscht und wir antworten Ihnen bei Fragen schnell und kompetent. Weiterhin sind wir für Sie erreichbar unter:  Info@trauermuecken.net

 

 

Bild- und Iconnachweise:
Themenbild von „John Tann“ von www.flickr.com (nachträglich bearbeitet)
„John Tann“ www.flickr.com
„D. Sikes“ www.flickr.com
„2micha“ www.wikipedia.de
Hintergrundicon von Freepik von www.flaticon.com

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3 thoughts on “Trauermücken

  1. chris83
    8. Juni 2016 at 16:00

    Hallo,

    Ich befürchte, dass sich auf meinem Balkon Trauermücken breit gemacht haben. Und zwar habe ich schon vor einigen Tagen kleine Fliegen am Blumentopf meines Basilikums festgestellt, habe sie allerdings für Fruchtfliegen gehalten. Gerade eben wurde ich erschlagen, soviele kleine Fliegen schwirren um meine Pflanzen herum 🙁

    Bevor ich mir jetzt irgendetwas aus dem Internet bestelle, kennt jemand wirksame Hausmittel gegen diese lästigen Fliegen? Ich kann nicht mehr in Ruhe auf dem Balkon entspannen…

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    1. Trauermücken-Team
      9. Juni 2016 at 14:07

      Hallo chris83,

      Um sicher zu gehen, ob es sich um Trauermücken handelt, kannst du deine Fliegen mit denen aus unserer Bildergalerie vergleichen.
      Falls du wirklich einen Trauermückenbefall feststellst, findest du auch gute Hausmittel-Tipps unter dem Menüpunkt „Trauermücken bekämpfen“.

      Grüße,
      Trauermücken-Team

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  2. Claudia
    16. Juni 2016 at 16:16

    habe auch momentan ein paar trauermücken hier in der wohnung. bei mir haben auch fruchtsaftfallen geholfen. also einfach orangensaft mit essig und spüli. damit konnte ich einige von diesen biestern fangen.

    LG

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